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Berufswissenschaftliche Qualifikationsforschung…

ein Brückenschlag bezüglich der Standortbestimmung beruflicher Didaktik?

Die Qualifikationsforschung ist ein recht junger Forschungszweig und erfährt Aufwind seit der dual-kooperativen Berufsbildung, also seit Mitte der 1990ger Jahre.  Berufswissenschaftliche Qualifikationsforschung bedeutet:

Die berufswissenschaftlich ausgerichtete Qualifikationsforschung verfolgt das Ziel, die für einen Beruf charakteristischen Arbeitsaufgaben und die in diesen inkorporierten Qualifikationsanforderungen zu identifizieren und zu untersuchen, welche didaktischen Stellenwert diese Aufgaben für die Kompetenzentwicklung haben… Becker, M.; Spöttl, G.: Berufswissenschaftliche Forschung und deren empirische Relevanz für die Curriculumentwicklung. In:  bwp@ online. Nr.11, 2006 S.4

Es gibt ein Hin und Her, ob die Qualifikationsforschung eher ein Konstrukt aus unterschiedlichen etablierten wissenschaftlichen Disziplinen sei (TEICHLER, U. (1995): Qualifikationsforschung. In: ARNOLD, R./ LIPSMEIER, A. (Hrsg.):  Handbuch der Berufsbildung. Opladen, 501-508).  Also ist die Qualifikationsforschung eher bei den Erziehungswissenschaften, der Bildungssoziologie, einem Teil der Psychologie, der Bildungs- oder Curriculumsforschung hinzuzuschlagen?

Ein ähnliches Standortdilemma kennen wir aus den anderen Fachbereichen der Lehrerbildung. Zum Beispiel,  wohin mit der Fachdidaktik in der naturwissenschaftlichen Lehrerbildung? Es mach einen deutlichen Unterschied, ob ich die naturwissenschaftliche Fachdidaktik in die jeweilige naturwissenschftliche Fakultät lege oder sie zu den Erziehungswissenschaften zähle. In Bremen und in vielen anderen Universitäten liegt die Fachdidaktik in der naturw. Fakultät. Wer dort ein Lehramtstudium durchläuft, weiß von der Problematik, in den gleichen Topf geworfen zu werden, wie die Diplom-Anwärter, bzw. nun den Master-Studenten für Physik, Biologie oder Chemie.  Macht die Verlegung der Fachdidaktik mehr Sinn,  wenn sie zu den Erziehungswissenschaften gelegt wird?

Eine interessante Lösung für die Lehrerbildung im Bereich Berufspädagogik könnte eine Fakultät der berufswissenschaftlichen Qualifikationsforschung bedeuten und ggf. so ein Modell für die anderen Fachdidaktiken sein, denn…

  • die Qualifikationsforschung repräsentiert ein übergeordnetes Prinzip für die Berufsfindung und Berufsbildung,
  • sie identifiziert die Kompetenzen zur Beherrschung und Gestaltung beruflicher Arbeitsaufgaben,
  • sie erschließt die wesentlichen Zusammenhänge für die Komptenzentwicklung,
  • bestimmt sie das Arbeitsprozesswissen zur Ausgestaltung der Geschäfts- und Arbeitsprozesse.

These:

Für meinen Teil würde ich sagen, es wäre schön einen losgelösten Standort für die Lehrerbildung im berufsbildenden Bereich und auch im naturwissenschaftlichen Bereich zu besitzen.

Why do I blog this?: Ich habe hier erst einmal eine These aufgestellt, auf der ich mich ggf. in meiner mündlichen Prüfung beziehen kann. Eine schriftliche Begründung schaffe ich vor meiner Prüfung hier im Blog nicht mehr.

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