Kobito Dispatching

Wie erschließt man sich Zusammenhänge eines unbekannten Terrains und wie kann man systematisch sein Verständnis für etwas Unerschlossenes verbessern? Die Antwort heißt KOBITO DISPATCHING! Aus dem Seminar Educational Change Management – Fokus Weblog von Helge Städtler geplaudert.

Kobito01

Assoziations– und Dissoziationstechniken sind für mich erst einmal seit meinen Lehrgängen zum NLP Busines Practitioner und NLP Busines Master an der Führungsakademie für den Mittelstand (früher Führungsakademie Oldenburg) nichts neues. Aber das Kobito Dispatching von Prof. Yutaka Sayeki von der University of Tokyo hat etwas neues für mich. Man erdenkt sich eine kleine, sehr kleine, infinitesimal kleine Person (daher der Name Kobito – little People). Mit dieser Person kann ich gedanklich tun und lassen was ich will. Ich kann sie in realen Dingen, abstrakten Dingen, oder Personen eintauchen lassen. Und ich kann mit ihr in der Zeit umherspringen.

Was soll das ganze?

  • Das wichtigste ist der Perspektivenwechsel, somit schaffe ich es aus meinen Denkgewohnheiten spielerisch zu entfliehen. Dadurch erschließen sich mir nahezu unbegrenzte Möglichkeiten von Sichtweisen auf das gewählte Objekt.
  • Ich kann so gedanklich Prozesse oder Dinge erforschen und für mich in der Realität die „richtigen“ Fragen stellen.
  • Und für das Lernen wichtig: Durch den Akt der gedanklichen Reise bleiben Einzelheiten viel besser haften, als wenn ich nur versuche Sachen auswendig zu lernen.

Beispiel:

Ich möchte etwas über eine Schraube erfahren. Zuerst könnte ich mal es so versuchen. Dazu fallen mir spontan diese Dinge ein:

  • Es gibt Schrauben in verschiedenen Längen, Formen, Materialien. Für ganz bestimmte Einsatzzwecke.
  • Die Schrauben sind genormt.
  • Mit einer Schraube kann ich etwas verbinen oder einstellen.

Dem einen oder anderen fallen an diesem Punkt mit Sicherheit noch mehr Dinge zu Schrauben ein… Am besten man probiert diese Methode mit Dingen aus, die einem selber fremd sind. Ich bin überzeugt, dass überraschende Ergebnisse dabei herrauskommen.
Nun das gleiche Beispiel mit dem Kobito:

Zuerst schicke ich den Kobito auf eine Zeitreise zu markanten Punkten im Leben einer Schraube: Geburt, Eckpunkte in der Biografie, Tod)

  • Mein Kobito sieht, dass die Schraube aus einem ganz speziellen Stahl hergestellt wurde. Ich nenne den Stahl St 52 (alte Werkstoffbezeichung)
  • Das Material wird zu langen Stangen gewalzt. Von nun an springt mein kleiner Kobito auf solch eine Stange und beobachtet was weiter passiert.
  • Sie durchläuft mehrere Produktionsprozesse, welche? Hier kann ich nun geziehlt nachfragen.
  • Zum Schluss der „Geburt“ wird eine Schraube (mit meinem Kobito) mit vielen anderen Schrauben in eine kleine Schachtel verpackt.
  • Jetzt kann ich weiter meinen Kobito fragen, was als nächstes kommt oder ich mache einen Zeitsprung bis zur Montage der Schraube.
  • Die Schraube wird mit einen Phillips-Schraubendreher in eine mechanische Baugruppe von einen MICROPLEX-Drucker eingebaut.
  • usw…

Es sollte deutlich werden das ich die einzelnen Schritte mit der Kobito Dispatching Methode mit wesentlich mehr Submodalitäten beschrieben habe. Ich glaube gerade diese Art von Beschreibung hilft diesen Lernprozess gut zu behalten. Schülern könnte man die Aufgabe geben sich auf ein Elektron im elektrischen Stromkreis zu setzen oder auf ein Blutkörperchen im menschlichen Blutkreislauf. Das erinnert mich sofort an den Film: Die Reise ins Ich von Joe Dante.

Die Methode ist aber bei weitem nicht ausgereizt. Ich könnte mehrere Kobitos an verschiedenen Positionen und gar Zeiten verteilen, die untereinander kommunizieren.

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